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Dachziegel Arten Übersicht: Alle Varianten

Diese Dachziegel Arten Übersicht ordnet alle Varianten nach Form, Material und Verlegeart – für schnelle Orientierung bei Neubau und Sanierung.

Kategorie Dachziegel
Autor Sabine Hoffmeister
Veröffentlicht
Lesezeit 3 Min.
Dachziegel Arten Übersicht: Alle Varianten

Eine verlässliche Dachziegel Arten Übersicht ordnet die zahlreichen Varianten nach drei Kriterien: Form und Profil, Werkstoff sowie Art der Verlegung. Wer diese Systematik kennt, kann jeden Ziegel auf dem Markt – und auf alten Dächern – schnell einordnen, ohne sich in Herstellerbezeichnungen zu verlieren. Der Pillar-Artikel zu Dachziegel-Arten erklärt die Grundlagen; hier geht es um die konkrete Einteilung und Zuordnung aller Varianten.

Einteilung nach Form und Profil

Das wichtigste Ordnungsmerkmal bei den Arten Dachziegel ist die Profilform, weil sie über Verlegeart, Deckbreite und Regensicherheit entscheidet. Grob lassen sich vier Profilfamilien unterscheiden:

  • Flachziegel ohne Falz, etwa der klassische Biberschwanz, mit ebener oder leicht gewölbter Oberfläche und Doppeldeckung.
  • Falzziegel mit seitlicher Verzahnung (Falz), die eine dichte, wasserführende Verbindung zwischen Nachbarziegeln herstellt – dazu zählen Flachdachpfannen, Reformziegel und Doppelmuldenfalzziegel.
  • Hohlziegel mit stark gewölbtem Querschnitt, klassisch als Mönch-und-Nonne-Deckung auf südeuropäischen und historischen Dächern.
  • Sonderformen wie First-, Grat-, Ortgang- und Lüftungsziegel, die keine Flächendeckung übernehmen, sondern Anschlüsse und Kanten sichern.

Die Profilform bestimmt zugleich die zulässige Mindestdachneigung: Falzziegel funktionieren oft schon ab etwa 22 Grad, Flachziegel in Doppeldeckung benötigen häufig 30 Grad oder mehr, damit kein Wasser unter die Deckung dringt.

Einteilung nach Werkstoff: Ton, Beton und Sonderwerkstoffe

Neben der Form ist der Werkstoff das zweite tragende Kriterium jeder Dachziegel-Arten-Übersicht. Tondachziegel werden aus Ton oder Lehm gebrannt, sind nach DIN EN 1304 genormt und überzeugen durch Farbbeständigkeit, Diffusionsoffenheit und lange Nutzungsdauer von deutlich über 50 Jahren. Betondachsteine – genormt nach DIN EN 490/491 – bestehen aus Zement, Sand und Pigmenten, sind meist etwas schwerer und günstiger, verlieren die Einfärbung aber tendenziell schneller als gebrannter Ton.

Beide Werkstoffgruppen gibt es in nahezu allen Profilformen, sodass sich Form und Material frei kombinieren lassen – ein Flachdachziegel existiert also sowohl als Tonziegel als auch als Betonstein. Entscheidend für die Wahl sind:

  • Dachlast und Statik der vorhandenen Konstruktion, da Betonsteine je nach Format 3 bis 5 kg mehr pro Stück wiegen können,
  • gewünschte Optik und Farbverlauf über die Lebensdauer,
  • regionale Verfügbarkeit und Vorgaben durch Gestaltungssatzungen der Gemeinde.

Seltener kommen glasierte Tonziegel, engobierte Varianten mit gefärbter Deckschicht sowie Faserzement- oder Metalldeckungen zum Einsatz, die formal zu den Dacheindeckungen zählen, aber nicht als klassische Ziegel gelten.

Alte Dachziegel-Arten erkennen: Was auf historischen Dächern liegt

Bei Sanierung, Anbau oder Denkmalschutzauflagen ist es wichtig, alte Dachziegel-Arten korrekt zu identifizieren, bevor Ersatzmaterial bestellt wird. Auf Bestandsdächern vor 1960 finden sich häufig:

  • Biberschwanzziegel mit rundem, spitzem oder segmentbogenförmigem Fußende, meist in Doppel- oder Kronendeckung verlegt.
  • Mönch-und-Nonne-Ziegel, bestehend aus konkaven und konvexen Halbrohren, typisch für Süddeutschland und Weinbauregionen.
  • Krempziegel als Vorläufer moderner Falzziegel, mit hochgezogenem Rand statt echtem Falz.
  • Alte Falzziegel der Jahrhundertwende mit gröberem Profil und größeren Toleranzen als heutige Normziegel.

Diese historischen Formen sind oft nicht mehr im aktuellen Katalog gelistet, werden aber von spezialisierten Ziegeleien als Sonderanfertigung oder aus Abbruchmaterial als Gebrauchtziegel angeboten. Vor jedem Austausch lohnt der Abgleich von Rastermaß, Falzhöhe und Deckbreite, da schon wenige Millimeter Abweichung die Regensicherheit der gesamten Fläche gefährden.

Übersicht nach Verlegeart und Deckbild

Die dritte Achse einer vollständigen Dachziegel Arten Übersicht ist die Verlegeart, denn sie entscheidet, wie viele Ziegel pro Quadratmeter benötigt werden und wie das Dach optisch wirkt. Man unterscheidet grundsätzlich:

  • Einfachdeckung: Falzziegel überlappen sich nur seitlich und am Kopfende, sparsam im Material, Standard bei modernen Reform- und Flachdachziegeln.
  • Doppeldeckung: jeder Ziegel wird zweifach überdeckt, typisch für flache, unfalzte Biberschwanzziegel.
  • Kronendeckung: aufwendige Sonderform der Doppeldeckung mit versetztem, kronenförmigem Deckbild, meist bei historischen oder repräsentativen Dächern.

Die Verlegeart hängt eng mit der gewählten Profilform zusammen und ist bei der Kalkulation von Materialbedarf und Arbeitszeit entscheidend. Wer eine bestehende Deckung ergänzt oder repariert, muss zwingend dieselbe Verlegeart fortführen, sonst entstehen sichtbare Übergänge und undichte Stellen.

Fazit

Eine strukturierte Übersicht sortiert Dachziegel nach Profil, Werkstoff und Verlegeart – erst aus dieser Kombination ergibt sich die konkrete Bezeichnung eines Ziegels. Bei Sanierungen historischer Dächer lohnt zusätzlich der genaue Blick auf ältere Profilformen, damit Ersatzmaterial passt und die Dachfläche dicht bleibt. Für die endgültige Auswahl sollten Statik, Ortssatzung und die Erfahrung eines Dachdeckerbetriebs immer einbezogen werden.

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