Bräuer Fenster und Türen ist einer von mehreren regionalen Fensterbaubetrieben, die Fenster, Haustüren und teils Rollläden nach Maß fertigen und einbauen lassen. Wer konkret bestellen will, braucht weniger eine Firmenbeschreibung als klare Antworten auf drei Fragen: Was genau lässt sich bestellen, wie läuft der Weg vom Angebot bis zur fertigen Montage ab, und mit welchen Kosten ist realistisch zu rechnen?
Welche Fenster und Türen liefert Bräuer?
Wie bei den meisten mittelständischen Fensterbaubetrieben umfasst das Sortiment in der Regel Kunststofffenster, Holzfenster, Holz-Alu-Kombinationen und Aluminiumfenster sowie passende Haustüren im gleichen Materialmix. Für den Bauherrn ist entscheidend, dass jedes Fenster nach DIN EN 14351-1 gefertigt und mit CE-Kennzeichnung sowie technischem Datenblatt geliefert wird – darin stehen Uw-Wert, Schallschutzklasse und Einbruchhemmung.
Vor der Bestellung sollte feststehen, welche Kennwerte für das konkrete Bauvorhaben gefordert sind, etwa durch die Energieeinsparverordnung im Neubau oder durch Förderbedingungen bei der Sanierung. Wer diese Werte nicht vorab klärt, riskiert eine Lieferung, die zwar optisch passt, aber die geforderten Dämm- oder Schallschutzwerte verfehlt und dann nachträglich getauscht werden muss.
- Materialwahl: Kunststoff meist günstigste Variante, Holz-Alu und Aluminium höherpreisig, aber langlebiger und pflegeärmer
- Verglasung: Zwei- oder Dreifachverglasung je nach Dämmanforderung
- Zubehör: Rollläden, Insektenschutz, einbruchhemmende Beschläge (RC2/RC3)
Bestellprozess: vom Aufmaß bis zur Montage
Der Ablauf ist bei den meisten Herstellern in dieser Reihenfolge organisiert, unabhängig davon, ob man bei einem regionalen Betrieb wie Bräuer, bei Vennemann Fenster und Türen oder bei einem der anderen genannten Anbieter bestellt:
- Beratung und erste Maßangabe anhand der Bauzeichnung, meist per Vor-Ort-Termin
- Verbindliches Aufmaß durch den Betrieb selbst – nie allein nach Herstellerangaben planen, da Rohbaumaße von den Ausführungsmaßen abweichen
- Angebot mit Kennwerten (Uw-Wert, Schallschutz, Preis je Element)
- Bestellung und Produktion, üblich sind Lieferzeiten von mehreren Wochen bis wenigen Monaten
- Montage nach RAL-Montagerichtlinie durch geschultes Personal, inklusive luftdichtem Fugenanschluss
- Abnahme mit Prüfung von Funktion, Dichtigkeit und Beschädigungen
Der häufigste Fehler passiert beim Aufmaß: Wird es vor Fertigstellung des Rohbau-Öffnungsmaßes gemacht oder ungenau übernommen, entstehen Fenster, die nicht passen und teuer nachgearbeitet werden müssen. Ein zweiter Schwachpunkt ist die Montage selbst – wird sie nicht luftdicht nach innen und schlagregendicht nach außen ausgeführt, drohen Wärmebrücken und Feuchteschäden an der Laibung.
Was kosten Fenster und Türen realistisch?
Die Preise unterscheiden sich stark nach Material, Größe und Ausstattung. Kunststofffenster liegen im mittleren dreistelligen Bereich pro Element, Holz- oder Holz-Alu-Fenster deutlich darüber, Haustüren je nach Sicherheitsklasse und Material ebenfalls im mittleren bis oberen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Zur reinen Warenlieferung kommen Montagekosten, gegebenenfalls Gerüststellung, Entsorgung der Altfenster und Anpassungen an Fensterbänken oder Laibungen hinzu.
Wer im Zuge einer energetischen Sanierung tauscht, sollte vor der Bestellung prüfen, ob Förderprogramme greifen – diese setzen oft bestimmte Uw-Grenzwerte und eine fachgerechte Montage durch einen Fachbetrieb voraus. Ein verbreiteter Fehler ist, zuerst zu bestellen und erst danach den Förderantrag zu stellen: Bei vielen Programmen muss der Antrag vor Auftragserteilung gestellt werden, sonst entfällt der Zuschuss vollständig.
Bräuer im Vergleich zu anderen Herstellern
Wer mehrere Angebote einholt, trifft am Markt auf unterschiedlich ausgerichtete Betriebe. Hörmann Fenster und Türen ist überregional vor allem für Haustüren und Tore bekannt und bringt dort einen breiten Systembaukasten mit. Niedermaier Fenster und Türen und Brauckhoff Fenster und Türen sind wie Bräuer eher regional verwurzelte Fensterbaubetriebe mit eigener Fertigung und persönlicher Beratung vor Ort. Ebner Fenster und Türen wiederum legt vielerorts einen Schwerpunkt auf Holzfenster und denkmalgerechte Ausführungen.
Für die Kaufentscheidung zählt weniger der Markenname als drei Vergleichspunkte:
- Lieferzeit und Kapazität für den geplanten Bautermin
- Ob Montage im eigenen Betrieb erfolgt oder an Subunternehmer vergeben wird
- Referenzobjekte in vergleichbarer Bauweise, idealerweise besichtigbar
Ein Angebotsvergleich lohnt sich nur, wenn alle Anbieter dieselben Kennwerte (Uw-Wert, Verglasung, Beschlagstyp) zugrunde legen – sonst vergleicht man technisch unterschiedliche Produkte zum gleichen Preis.
Worauf Sie vor der Unterschrift achten sollten
Bevor ein Auftrag unterschrieben wird, gehören folgende Punkte schriftlich fixiert: verbindlicher Liefertermin, genaue technische Kennwerte je Element, Zuständigkeit für Montage und Entsorgung sowie die Gewährleistungsfrist. Bei Haustüren zusätzlich die Sicherheitsklasse gegen Einbruch, bei Fenstern die Schallschutzklasse, falls das Objekt an einer stark befahrenen Straße liegt.
Ein häufig übersehener Punkt ist das Aufmaßprotokoll: Ohne schriftliche Dokumentation der Maße lässt sich im Streitfall nicht klären, ob ein Passungsfehler beim Kunden oder beim Hersteller liegt. Ebenso wichtig ist die Frage, wer die Bauabnahme durchführt und protokolliert – idealerweise geschieht dies gemeinsam mit dem Montagepersonal direkt nach Einbau, nicht erst Wochen später.
Fazit
Wer Fenster und Türen bei Bräuer oder einem vergleichbaren regionalen Hersteller bestellt, sollte die Reihenfolge Aufmaß, Angebot mit klaren Kennwerten, Bestellung, Montage nach RAL-Richtlinie und dokumentierte Abnahme konsequent einhalten. Kosten und Fördermöglichkeiten gehören vor der Bestellung geklärt, nicht danach. So bleibt die Entscheidung für einen Anbieter eine Frage von Lieferzeit, Referenzen und technischer Passgenauigkeit – und nicht von Nacharbeiten, die sich mit sauberer Planung vermeiden lassen.