Vennemann Fenster und Türen ist ein deutscher Hersteller von Kunststoff- und Aluminiumfenstern sowie Haustüren für Neubau und Sanierung, der seine Produkte über regionale Fachbetriebe vertreibt. Wer sich für einen Fenstertausch oder eine neue Haustür entscheidet, durchläuft eine feste Abfolge aus Bedarfsermittlung, Aufmaß, Bestellung und fachgerechtem Einbau – und an jedem dieser Punkte entscheiden sich Kosten und spätere Dichtigkeit. Dieser Überblick zeigt, wie der Kauf bei Vennemann und vergleichbaren Anbietern abläuft, mit welchen Preisen zu rechnen ist und wo im Ablauf typischerweise Fehler passieren.
Vennemann als Fensterhersteller: Programm und Vertriebsweg
Das Sortiment umfasst klassische Kunststofffenster in Mehrkammer-Bauweise, Aluminiumfenster für höhere Ansprüche an Optik und Stabilität sowie Haustüren, die farblich und funktional auf die Fensterlinie abgestimmt werden können. Ergänzt wird das Programm häufig um Zubehör wie Rollläden, Insektenschutz und Sicherheitsbeschläge, die sich direkt in die Bestellung integrieren lassen.
Wie bei den meisten mittelständischen Fensterherstellern erfolgt der Verkauf nicht direkt an Endkunden, sondern über einen Kreis von Fachhandelspartnern und Handwerksbetrieben. Das bedeutet konkret: Ein Bauherr kann nicht einfach online bestellen, sondern muss zunächst einen autorisierten Fensterbaubetrieb, Schreiner oder Fachhändler in seiner Region kontaktieren. Dieser übernimmt Beratung, Aufmaß, Bestellung beim Hersteller und in der Regel auch den Einbau.
Dieser Vertriebsweg hat für Käufer zwei praktische Konsequenzen. Erstens variieren Preise und Lieferzeiten je nach Fachbetrieb, da dieser eigene Handelsspannen und Kapazitäten hat. Zweitens liegt die Gewährleistung für Einbau und Anschlussfugen beim ausführenden Betrieb, während der Hersteller für Materialfehler am Fenster selbst haftet – eine Unterscheidung, die bei Reklamationen wichtig wird.
Vom ersten Kontakt bis zur Lieferung: der Bestellablauf Schritt für Schritt
Der Kauf neuer Fenster oder Türen folgt einem klaren Ablauf, der sich bei den meisten Herstellern ähnelt und in dieser Reihenfolge eingehalten werden sollte:
- Bedarf klären: Anzahl und Art der Öffnungen, Neubau oder Bestandssanierung, gewünschte Öffnungsart (Dreh-Kipp, Festverglasung, Balkontür).
- Fachbetrieb auswählen: Regionalen Vennemann-Partner oder vergleichbaren Fensterbaubetrieb kontaktieren, Referenzen und Montagequalität prüfen.
- Vor-Ort-Aufmaß: Der Betrieb misst die vorhandene oder geplante Maueröffnung millimetergenau aus – dieser Schritt entscheidet über die spätere Passgenauigkeit.
- Angebot und Konfiguration: Auswahl von Material, Verglasung, Farbe, Beschlägen und Sicherheitsstufe, anschließend verbindliches Angebot.
- Bestellung und Produktionszeit: Nach Auftragsbestätigung fertigt der Hersteller die Elemente maßgenau an.
- Anlieferung und Einbau: Lieferung an die Baustelle, Zwischenlagerung witterungsgeschützt, anschließend Montagetermin.
Der häufigste Fehler passiert bereits beim Aufmaß: Wird zwischen Rohbaumaß und Fertigmaß nicht sauber unterschieden, passt das bestellte Fenster später nicht in die Öffnung, oder es entstehen zu große Anschlussfugen, die nachträglich abgedichtet werden müssen. Ebenso wichtig ist die frühzeitige Abstimmung mit anderen Gewerken – Rollladenkästen, Fensterbänke innen und außen sowie der Sonnenschutz müssen bereits bei der Bestellung mitgedacht werden, sonst entstehen teure Nachbestellungen.
Was kosten Fenster und Türen realistisch?
Die Kosten hängen stark von Material, Größe, Verglasung und Zusatzausstattung ab. Als grobe Orientierung für Standardgrößen ohne Einbau gelten folgende Bandbreiten pro Fensterelement:
| Fenstertyp | Preisrahmen pro Element | Typische Eigenschaften |
|---|---|---|
| Kunststofffenster, Standard | ca. 250–500 € | Mehrkammerprofil, 2- oder 3-fach-Verglasung |
| Kunststoff mit Alu-Schale | ca. 400–700 € | witterungsbeständige Außenschale, mehr Farboptionen |
| Holzfenster | ca. 500–900 € | hoher Wohnkomfort, regelmäßige Pflege nötig |
| Holz-Alu-Fenster | ca. 700–1200 € | Holz innen, wartungsarme Aluschale außen |
| Aluminiumfenster | ca. 600–1100 € | schmale Rahmen, sehr stabil, langlebig |
| Haustür (Standardgröße) | ca. 1200–3500 € | je nach Sicherheitsausstattung und Verglasungsanteil |
Zu diesen Materialkosten kommen Einbaukosten hinzu, die üblicherweise zwischen 150 und 350 Euro pro Fenster liegen und den Ausbau alter Elemente, die Entsorgung, den fachgerechten Anschluss sowie die Verputz- oder Verkleidungsarbeiten umfassen. Sicherheitsbeschläge nach RC2, dreifache statt zweifache Verglasung oder Sonderfarben treiben den Preis zusätzlich nach oben. Ein realistisches Angebot sollte Material, Montage und Nebenarbeiten immer getrennt ausweisen, damit sich einzelne Positionen vergleichen lassen.
Material- und Systemvergleich: Kunststoff, Holz, Holz-Alu, Aluminium
Kunststofffenster sind nach wie vor die meistverkaufte Variante, weil sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und geringen Pflegeaufwand bieten. Mehrkammerprofile sorgen für stabile Wärmedämmwerte, allerdings sind der Formstabilität bei sehr großen Elementen physikalische Grenzen gesetzt.
Holzfenster punkten mit natürlicher Optik und gutem Raumklima, verlangen aber regelmäßigen Anstrich oder eine Lasur, um Witterungsschäden vorzubeugen. Hersteller wie Bräuer Fenster und Türen haben sich auf hochwertige Holz- und Holz-Alu-Konstruktionen spezialisiert und bedienen damit vor allem Bauherren, die Wert auf traditionelle Materialien mit moderner Dämmleistung legen.
Holz-Alu-Systeme verbinden das warme Erscheinungsbild von Holz innen mit einer witterungsbeständigen Aluminiumschale außen und gelten als wartungsarme Alternative für alle, die auf den Holzcharakter nicht verzichten wollen. Reine Aluminiumfenster wiederum erlauben besonders schmale Rahmenprofile und große Glasflächen, was sie für moderne Architektur und großformatige Verglasungen attraktiv macht; Anbieter wie Ebner Fenster und Türen haben sich unter anderem auf solche filigranen Aluminiumlösungen und Fassadenanschlüsse fokussiert.
Bei der Materialwahl sollte neben Optik und Budget auch die Lebensdauer berücksichtigt werden: Kunststoff hält bei guter Pflege 30 bis 40 Jahre, Aluminium deutlich länger, während Holz bei konsequenter Wartung ähnliche Standzeiten erreicht, bei Vernachlässigung aber schneller Schaden nimmt.
Einbau: Wann ist Eigenleistung möglich, wann braucht es den Fachbetrieb?
Der Austausch von Fenstern in bewohnten Gebäuden ist grundsätzlich Sache eines Fachbetriebs. Der Grund liegt in der sogenannten RAL-Montagerichtlinie, die vorschreibt, wie die Anschlussfuge zwischen Mauerwerk und Rahmen innen luftdicht, außen schlagregendicht und in der Mitte wärmegedämmt auszuführen ist. Wird diese Dreiebenen-Abdichtung nicht korrekt umgesetzt, drohen Zugluft, Kondensat im Fugenbereich und langfristig Schimmelbildung an den Laibungen.
Eigenleistung ist realistisch bei nicht tragenden Nebengebäuden wie Gartenhäusern, Garagen oder unbeheizten Schuppen, wo geringere Anforderungen an Luftdichtheit und Wärmeschutz gelten. Für die Fenster im Wohnbereich gilt dagegen: Fachbetrieb beauftragen, insbesondere wenn eine Förderung beantragt werden soll, denn diese setzt in der Regel eine Fachunternehmererklärung voraus, die nur ein zugelassener Handwerksbetrieb ausstellen darf.
Eine Baugenehmigung ist für den reinen Fenstertausch in gleicher Größe meist nicht erforderlich, wohl aber bei Änderungen der Fassadenansicht, bei denkmalgeschützten Gebäuden oder wenn eine Bauöffnung vergrößert wird – hier ist vorab die zuständige Bauaufsicht oder Denkmalbehörde einzubinden. Wichtig für die Baustellenpraxis: Neue Elemente vor dem Einbau auf Transportschäden prüfen, Beschläge auf Leichtgängigkeit testen und erst nach Freigabe verbauen, da Reklamationen nach der Montage deutlich aufwendiger sind.
Vennemann im Marktvergleich: weitere Fenster- und Türenhersteller
Wer Angebote einholt, sollte mehrere Anbieter vergleichen, da sich Schwerpunkte und Preisniveaus spürbar unterscheiden. Neben Vennemann sind folgende Hersteller am Markt etabliert:
- Hörmann Fenster und Türen gehört zu einem großen Baubeschlag- und Torhersteller und bietet neben dem bekannten Toren- und Türenprogramm auch Fenstersysteme, oft mit Fokus auf Sicherheitstechnik und einheitliche Gestaltung über mehrere Gebäudeöffnungen hinweg.
- Niedermaier Fenster und Türen tritt eher als regional verwurzelter Fensterbaubetrieb auf, der individuelle Beratung und handwerkliche Sonderanfertigungen in den Vordergrund stellt.
- Brauckhoff Fenster und Türen ist im Kunststoff- und Aluminiumsegment aktiv und positioniert sich häufig über ein breites Farb- und Ausstattungsprogramm für Neubau und Modernisierung.
- Bräuer Fenster und Türen hat seinen Schwerpunkt bei Holz- und Holz-Alu-Fenstern für Bauherren mit hohem Anspruch an Materialästhetik.
- Ebner Fenster und Türen ist stark im Aluminiumsegment und bei Fassadenlösungen mit schmalen Profilansichten unterwegs.
Für die Kaufentscheidung zählt weniger der Markenname als die Qualität des ausführenden Fachbetriebs vor Ort: Zwei baugleiche Fenster können je nach Montagequalität ein völlig unterschiedliches Ergebnis liefern. Es lohnt sich daher, bei jedem Anbieter nicht nur das Profilsystem, sondern auch Referenzobjekte und Montagepraxis abzufragen.
Energetische Anforderungen, U-Werte und Förderung
Beim Austausch von Fenstern in bestehenden Gebäuden gibt das Gebäudeenergiegesetz einen maximal zulässigen Wärmedurchgangskoeffizienten vor; neue Fenster müssen diesen U-Wert einhalten, damit die Sanierung ordnungsgemäß und förderfähig ist. In der Praxis erreichen moderne Fenster mit Zweifach- oder Dreifachverglasung deutlich bessere Werte als gesetzlich gefordert, was sich langfristig in geringeren Heizkosten bemerkbar macht.
Für die Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme gelten eigene, meist strengere U-Wert-Grenzen als die gesetzliche Mindestanforderung. Voraussetzung für den Förderantrag ist neben der technischen Ausstattung der Fenster auch die bereits erwähnte Fachunternehmererklärung sowie in vielen Fällen die vorherige Einbindung eines Energieberaters.
Wer plant, Fenster im Rahmen einer umfassenderen energetischen Sanierung zu tauschen, sollte den Förderantrag stellen, bevor der Auftrag verbindlich erteilt wird – nachträgliche Anträge werden in der Regel nicht anerkannt. Auch die Kombination mit anderen Maßnahmen wie Dämmung oder Heizungstausch kann die Förderquote erhöhen, verlangt aber eine sorgfältige zeitliche Abstimmung der Gewerke.
Typische Fehler bei Planung, Bestellung und Einbau
Die meisten Probleme lassen sich vermeiden, wenn folgende Stolperstellen im Vorfeld bekannt sind:
- Ungenaues Aufmaß: Verwechslung von Rohbau- und Fertigmaß führt zu Passungenauigkeiten und teuren Nacharbeiten.
- Zu späte Bestellung: Produktions- und Lieferzeiten von mehreren Wochen werden unterschätzt, was den Bauzeitplan gefährdet.
- Fehlende Abstimmung der Zubehörteile: Rollladenkästen, Fensterbänke und Sonnenschutz müssen bereits bei der Bestellung mitgeplant werden.
- Mangelhafte Anschlussfuge: Wird die RAL-Montage nicht eingehalten, drohen Zugluft, Feuchteschäden und Schimmel an den Laibungen.
- Fehlende Fachunternehmererklärung: Ohne dieses Dokument entfällt häufig die Fördermöglichkeit, selbst wenn die Fenster technisch förderfähig wären.
- Keine Sichtprüfung bei Anlieferung: Transportschäden oder falsche Maße fallen sonst erst nach dem Einbau auf, wenn eine Reklamation deutlich aufwendiger ist.
Wer diese Punkte in der genannten Reihenfolge abarbeitet – erst Bedarf und Fachbetrieb klären, dann Aufmaß und Angebot, dann Bestellung mit ausreichendem Zeitpuffer und schließlich fachgerechten Einbau –, reduziert das Risiko von Nacharbeiten und Streit über die Gewährleistung erheblich.
Häufige Fragen zu Fenster- und Türenanbietern
Was kostet ein Fenster im Durchschnitt?
Ein Standardfenster aus Kunststoff kostet je nach Größe und Verglasung meist zwischen 250 und 700 Euro, Holz- und Aluminiumfenster liegen häufig zwischen 500 und 1200 Euro pro Element, jeweils ohne Einbau.
Kann ich direkt beim Hersteller bestellen oder nur über einen Fachhändler?
Bei den meisten mittelständischen Fensterherstellern, darunter auch Vennemann, erfolgt der Verkauf ausschließlich über autorisierte Fachbetriebe und Handwerker, nicht direkt an Privatpersonen.
Wie lange dauert die Lieferung neuer Fenster?
Von der Bestellung bis zur Lieferung vergehen üblicherweise mehrere Wochen, je nach Auslastung des Herstellers und Individualisierungsgrad der Elemente, weshalb frühzeitige Planung im Bauzeitplan wichtig ist.
Brauche ich für einen Fenstertausch eine Baugenehmigung?
In der Regel nicht, solange Größe und Fassadenansicht unverändert bleiben; bei Vergrößerungen, Fassadenänderungen oder Denkmalschutz ist jedoch vorab die Bauaufsicht oder Denkmalbehörde einzubeziehen.
Welche Förderung gibt es für neue Fenster und Türen?
Der Fenstertausch als Einzelmaßnahme kann über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gefördert werden, sofern bestimmte U-Werte eingehalten und eine Fachunternehmererklärung sowie meist eine Energieberatung vorgelegt werden.
Was ist besser: Kunststoff-, Holz- oder Aluminiumfenster?
Es gibt keine pauschal beste Lösung, sondern nur die passende für den jeweiligen Anspruch: Kunststoff überzeugt durch Preis und Pflegeleichtigkeit, Holz durch Raumklima und Optik, Aluminium durch Stabilität und schmale Profile.
Fazit
Wer Fenster oder Türen erneuern will, trifft die wichtigsten Weichen nicht erst bei der Materialwahl, sondern schon bei der Auswahl des Fachbetriebs, der genauen Aufmaßnahme und einer realistischen Zeitplanung für Bestellung und Einbau. Vennemann und vergleichbare Hersteller liefern solide technische Grundlagen, doch die Qualität des Ergebnisses entscheidet sich am Ende im fachgerechten Einbau nach anerkannten Montagerichtlinien. Ein sorgfältiger Vergleich von Angeboten, Materialien und Fördermöglichkeiten zahlt sich langfristig in Wärmeschutz, Lebensdauer und geringeren Folgekosten aus.