Die WERU Fenster und Türen GmbH zählt zu den bekannteren deutschen Herstellern von Kunststoff-, Holz- und Aluminiumfenstern und vertreibt ihre Produkte fast ausschließlich über zertifizierte Fachpartner statt über den freien Baumarkt. Wer sich für WERU entscheidet, kauft also nicht einfach ein Produkt, sondern bucht ein komplettes Paket aus Beratung, Aufmaß, Fertigung und Montage durch einen autorisierten Betrieb. Dieser Artikel beschreibt konkret, welche Schritte, Kosten und Kontrollpunkte dabei anstehen und wie sich das Angebot im Vergleich zu anderen Herstellern einordnen lässt.
Was WERU-Produkte technisch auszeichnet
WERU fertigt Fenster und Haustüren in mehreren Materiallinien: Kunststoffprofile mit Mehrkammersystem, Holz-Alu-Kombinationen sowie reine Aluminiumausführungen für hochwertige Neubauten. Für Bauherren relevant sind vor allem die angegebenen Kennwerte, weil sie die spätere Energiebilanz und Förderfähigkeit bestimmen:
- Uw-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters): Bei den gängigen Standardfenstern liegt er meist zwischen 0,95 und 1,3 W/(m²K), bei Passivhaus-tauglichen Varianten deutlich darunter.
- Schallschutzklasse: Je nach Verglasung und Rahmenaufbau sind Klassen bis in den hohen Bereich erhältlich – wichtig für Grundstücke an Hauptstraßen oder unter Einflugschneisen.
- Einbruchhemmung nach RC-Klassen: Für Erdgeschoss- und leicht erreichbare Fenster sollte mindestens RC2 verlangt werden, was abschließbare Griffe, Pilzkopfverriegelungen und einbruchhemmendes Glas voraussetzt.
Diese Werte sind nicht nur Marketingangaben, sondern müssen im Angebot als Prüfzeugnis oder CE-Kennzeichnung nachvollziehbar hinterlegt sein. Vor der Unterschrift lohnt es sich, genau diese Nachweise schriftlich einzufordern, statt sich auf mündliche Zusagen zu verlassen.
Der Bestellweg: von der Anfrage bis zum Einbautermin
Der Ablauf bei WERU folgt einem festen Muster, das sich in ähnlicher Form auch bei anderen Markenherstellern findet:
- Fachpartner finden: WERU verkauft nicht direkt an Endkunden, sondern über ein Netz regionaler Fensterbaubetriebe und Fachhändler. Die Auswahl des Partners entscheidet maßgeblich über Beratungsqualität und spätere Reaktionszeit bei Reklamationen.
- Vor-Ort-Aufmaß: Ein verbindliches Angebot setzt ein genaues Aufmaß der vorhandenen Öffnungen voraus, inklusive Prüfung von Maueranschlag, Laibungstiefe und eventueller Unebenheiten im Mauerwerk.
- Angebot und Vertrag: Hier werden Profiltyp, Verglasung, Beschläge, Farbe und gegebenenfalls Rollladen oder Insektenschutz festgelegt. Lieferzeiten für Sonderanfertigungen liegen häufig bei sechs bis zwölf Wochen, bei Standardmaßen oft kürzer.
- Fertigung im Werk: Die Elemente werden nach Maß produziert; Änderungen sind ab diesem Punkt nicht mehr möglich, weshalb die Freigabe der Maße vorher sorgfältig geprüft werden sollte.
- Montage durch den Fachbetrieb: Der Einbau erfolgt fachgerecht nach den Regeln der RAL-Montage mit umlaufender Abdichtung innen dampfdicht, außen diffusionsoffen.
Ein häufiger Fehler in dieser Phase: Bauherren unterschreiben das Aufmaßprotokoll, ohne die eingetragenen Maße selbst zu kontrollieren. Weicht das spätere Element nur wenige Millimeter ab, ist eine Nachbesserung teuer und zeitaufwendig.
Kosten realistisch einschätzen und Angebote vergleichen
Die Preise für WERU-Fenster bewegen sich je nach Ausstattung in einer breiten Spanne. Ein einfaches Kunststofffenster in Standardmaß mit Wärmeschutzverglasung liegt oft im mittleren dreistelligen Bereich pro Element, hochwertige Holz-Alu-Ausführungen mit Sicherheitsbeschlägen und Sonderfarben können das Drei- bis Vierfache kosten. Zum reinen Materialpreis kommen:
- Aufmaß- und Beratungskosten, die manche Fachbetriebe bei Vertragsabschluss verrechnen,
- Montagekosten inklusive Entsorgung der Altfenster,
- Kosten für Zusatzausstattung wie Rollläden, Insektenschutzgitter oder Sicherheitsglas,
- gegebenenfalls Anpassungsarbeiten am Mauerwerk, wenn die neue Fenstergröße vom Bestand abweicht.
Weil WERU nur über Fachpartner vertreibt, unterscheiden sich die Endpreise regional teils erheblich. Ein Preisvergleich lohnt sich daher immer über mehrere Angebote hinweg, auch außerhalb der Marke. Wer parallel Angebote einholt, trifft in der Praxis häufig auf regionale Wettbewerber wie die E & E Fenster und Türen GmbH, die AZ Fenster und Türen GmbH, die WMS Fenster und Türen GmbH, die Gutbrod Fenster und Türen GmbH & Co. KG oder die MB Fenster und Türen GmbH. Diese Betriebe fertigen teils selbst, teils vertreiben sie ebenfalls Markenprofile, sodass ein direkter Vergleich von Uw-Wert, Garantiebedingungen und Montageumfang notwendig ist, um Angebote wirklich gegenüberzustellen und nicht nur den nackten Stückpreis zu betrachten.
Ein verbreiteter Fehler beim Vergleich: Angebote werden nur nach der Fenstergröße sortiert, ohne auf identische Ausstattung zu achten. Ein Angebot ohne Sicherheitsbeschlag oder mit einfacherer Verglasung wirkt günstiger, ist aber technisch nicht gleichwertig.
Worauf beim Kauf konkret zu achten ist
Bevor der Vertrag unterschrieben wird, sollten folgende Punkte im Angebot schriftlich fixiert sein, unabhängig davon, ob der Auftrag an WERU oder einen anderen Anbieter geht:
- Exakte technische Werte: Uw-Wert, Schallschutzklasse und Einbruchhemmung müssen als Zahl im Angebot stehen, nicht nur als allgemeine Werbeaussage.
- Montageart: Ist die RAL-Montage mit vollständiger Anschlussfuge im Preis enthalten, oder wird nur eingesetzt und mit Bauschaum ausgeschäumt? Letzteres führt langfristig zu Wärmebrücken und Feuchteschäden.
- Lieferzeit und Vertragsstrafe bei Verzug: Gerade bei Sonderanfertigungen sollte ein realistischer Liefertermin vereinbart sein.
- Entsorgung der Altfenster: Sollte im Festpreis enthalten sein, da sonst zusätzliche Kosten für Container und Transport entstehen.
- Garantie- und Gewährleistungsfristen: Herstellergarantie auf Profil und Beschläge unterscheidet sich von der gesetzlichen Gewährleistung auf die Montageleistung des Fachbetriebs.
Ein häufiger Fehler zeigt sich erst nach dem Einbau: fehlende oder unsachgemäße Anschlussfugen, die sich durch Zugluft, Kondenswasser am Rahmen oder sichtbare Schimmelbildung an der Laibung bemerkbar machen. Wer solche Symptome innerhalb der ersten Heizperiode bemerkt, sollte den Mangel schriftlich beim ausführenden Betrieb anzeigen, da Gewährleistungsfristen sonst verstreichen können.
Einbau, Fördermöglichkeiten und Abnahme
Der Fenstertausch selbst ist grundsätzlich keine genehmigungspflichtige Baumaßnahme, solange Größe und Lage der Öffnung unverändert bleiben und keine tragenden Bauteile berührt werden. Werden Öffnungen vergrößert oder verschoben, ist vorab eine statische Prüfung notwendig, unter Umständen auch eine Abstimmung mit der Bauaufsicht. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist zusätzlich die Zustimmung der Denkmalbehörde einzuholen, bevor Profile oder Farben verändert werden.
Für energetisch hochwertige Fenster – ob von WERU oder einem anderen zertifizierten Hersteller – lassen sich häufig Fördermittel für die energetische Sanierung nutzen, sofern die eingebauten Produkte die geforderten Mindest-Uw-Werte einhalten und die Montage durch einen Fachbetrieb mit entsprechendem Nachweis erfolgt. Ein Eigenanteil in Eigenleistung ist bei geförderten Maßnahmen in der Regel ausgeschlossen; der komplette Austausch inklusive Montage muss durch ein Fachunternehmen dokumentiert werden. Vor Auftragserteilung sollte deshalb geklärt sein, ob eine Förderung beantragt werden soll, da der Antrag meist vor Beginn der Arbeiten gestellt werden muss.
Nach der Montage gehört eine gemeinsame Abnahme zum Standard: Prüfung der Gängigkeit aller Flügel, Kontrolle der Dichtungen auf gleichmäßigen Anpressdruck, Sichtprüfung der Anschlussfugen von innen und außen sowie – bei Sicherheitsausstattung – ein Funktionstest der Mehrfachverriegelung. Mängel sollten direkt im Abnahmeprotokoll vermerkt werden, da mündliche Absprachen im Streitfall schwer nachweisbar sind.
Fazit
Wer sich für Fenster von WERU entscheidet, kauft über einen Fachpartner ein komplettes Leistungspaket aus Beratung, Fertigung und fachgerechter Montage – der eigentliche Wert entsteht aber erst durch sauberes Aufmaß, korrekt dokumentierte technische Werte und eine RAL-gerechte Einbauweise. Ein Preisvergleich mit anderen Herstellern lohnt sich immer, solange Ausstattung und Montageumfang wirklich vergleichbar bleiben. Wer Angebot, Lieferzeit, Garantie und Abnahme von Anfang an schriftlich festhält, vermeidet die typischen Streitpunkte, die beim Fenstertausch sonst erst nach dem Einbau sichtbar werden.