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H&W Blum: Schreinereibetrieb Fenster Türen

Ein Schreinereibetrieb wie H&W Blum baut Fenster und Türen nach Maß – Ablauf, Kosten, Normen und Auswahlkriterien im Überblick.

Kategorie Fenster und Türen Marken
Autor Katharina Vogt
Veröffentlicht
Lesezeit 9 Min.
H&W Blum: Schreinereibetrieb Fenster Türen

Ein Schreinereibetrieb wie H&W Blum für Fenster und Türen fertigt Bauelemente aus Holz oder Holz-Aluminium individuell nach Maß, statt sie von der Stange zu verkaufen. Wer ein Haus baut, saniert oder einzelne Öffnungen austauschen lassen will, steht damit vor einer Grundentscheidung: industrieller Fensterbauer mit Katalogware oder handwerklicher Fachbetrieb mit Maßfertigung. Dieser Beitrag zeigt, welche Leistungen ein solcher Betrieb erbringt, wie der Ablauf von der ersten Beratung bis zum fertigen Einbau aussieht, mit welchen Kosten zu rechnen ist und welche Vorschriften dabei gelten.

Aufgaben eines Schreinereibetriebs für Fenster und Türen

Ein handwerklicher Betrieb übernimmt weit mehr als die reine Herstellung. Zum Leistungsspektrum gehören in der Regel Aufmaß, Konstruktion, Fertigung, Lieferung, Montage und die anschließende Einstellung der Beschläge.

Konkret leistet eine solche Schreinerei typischerweise:

  • Bestandsaufnahme und Vermessung der vorhandenen Öffnungen einschließlich Baukörper- und Sturzprüfung
  • Beratung zu Material, Verglasung, Beschlägen, Dämmwerten und Optik
  • Anfertigung von Fenstern, Haustüren, Innentüren, Rollläden und Zargen als Sonderbauteile
  • Ausbau der Altfenster und -türen, fachgerechte Entsorgung
  • Einbau nach den Regeln der Technik inklusive Abdichtung, Dämmung und Anschlussfugen
  • Nachjustierung von Beschlägen und Dichtungen nach der ersten Nutzungsphase

Anders als ein reiner Fensterhändler bleibt der Betrieb dabei Ansprechpartner über die gesamte Bauzeit hinweg – von der Maßaufnahme bis zur Mängelbeseitigung. Das ist besonders bei unregelmäßigen Altbauöffnungen ein Vorteil, weil Standardmaße dort oft nicht passen.

Große Fensterbauer oder kleine Schreinerei – was passt zu Ihrem Projekt?

Industrielle Fensterbauer produzieren in großen Stückzahlen und punkten bei Standardmaßen mit kurzen Lieferzeiten und günstigen Preisen. Eine kleine Schreinerei für Fenster und Türen arbeitet dagegen projektbezogen und in kleineren Losgrößen, was bei Sonderformaten, historischen Profilen oder Kombinationen aus mehreren Materialien den entscheidenden Unterschied macht.

Für folgende Situationen ist ein kleiner Fachbetrieb meist die bessere Wahl:

  • unregelmäßige oder historische Maße, wie sie in Altbauten häufig vorkommen
  • denkmalgeschützte Gebäude mit Auflagen zu Profilform und Material
  • Sonderkonstruktionen wie Rundbogenfenster, Schiebetüren oder Haustüren mit individuellem Design
  • der Wunsch nach persönlicher Beratung und einem festen Ansprechpartner über das gesamte Projekt

Für ein Neubauprojekt mit vielen gleichen Fenstergrößen kann dagegen ein Serienhersteller preislich im Vorteil sein. In der Praxis lohnt sich oft ein Vergleich beider Angebotsformen, gerade weil die Montagequalität – nicht nur der Produktpreis – über die Lebensdauer der Bauteile entscheidet.

So läuft die Zusammenarbeit ab: vom ersten Termin bis zur Montage

Der Ablauf bei einem Schreinereibetrieb folgt einer festen Reihenfolge, die eingehalten werden sollte, um Verzögerungen und Maßfehler zu vermeiden.

  1. Erstberatung und Bestandsaufnahme: Der Betrieb sichtet die vorhandene Situation, klärt Nutzungsanforderungen und erste Materialwünsche.
  2. Aufmaß: Erst nach Rohbaufertigstellung oder Entkernung wird verbindlich vermessen, da vorherige Maße meist nicht belastbar sind.
  3. Angebot und Auftrag: Auf Basis des Aufmaßes entsteht ein detailliertes Angebot mit Material-, Glas- und Beschlagsspezifikation.
  4. Fertigung: Je nach Auftragslage und Sonderanfertigung liegen die Lieferzeiten zwischen vier und zwölf Wochen.
  5. Ausbau der Altelemente: Fenster und Türen werden fachgerecht demontiert, ohne die Bausubstanz zu beschädigen.
  6. Montage: Einbau nach RAL-Montagerichtlinie mit Abdichtung innen, Dämmung in der Fuge und witterungsbeständigem Abschluss außen.
  7. Abnahme und Feinjustierung: Beschläge werden eingestellt, Dichtungen kontrolliert, eventuelle Mängel dokumentiert.

Wer diesen Ablauf verkürzt – etwa indem vor Rohbauabschluss verbindlich bestellt wird – riskiert Maßabweichungen, die im schlimmsten Fall Nachfertigungen nötig machen.

Welche Materialien kommen für Fenster und Türen in Frage?

Die Materialwahl bestimmt Optik, Wartungsaufwand und Preis gleichermaßen. Ein Schreinereibetrieb bietet meist Holz und Holz-Aluminium an, während Kunststoff eher bei industriellen Herstellern dominiert.

MaterialVorteileZu beachten
Holzhoher Wohnkomfort, gute Wärmedämmung, gestalterisch vielfältig, reparierbarregelmäßiger Anstrich nötig, empfindlicher gegen Dauerfeuchte
Holz-Aluminiumwitterungsfeste Außenschale, warme Optik innen, wartungsarmhöherer Anschaffungspreis, aufwendigere Reparatur bei Schäden
Kunststoffgünstig, wartungsarm, viele Standardmaße verfügbareingeschränkte Gestaltungsfreiheit, bei Sonderformaten oft ungeeignet

Bei der Verglasung ist die Zweifach- oder Dreifachisolierverglasung heute Standard, wobei der U-Wert des gesamten Fensters – nicht nur des Glases – über die energetische Qualität entscheidet. Für Haustüren spielen zusätzlich Einbruchschutzklassen nach DIN EN 1627 eine Rolle, die ein Fachbetrieb bereits bei der Konstruktion berücksichtigen kann.

Was kosten Fenster und Türen vom Schreinereibetrieb?

Die Preise hängen stark von Material, Größe, Verglasung und Sonderanfertigung ab. Als grobe Orientierung für den Markt gelten folgende Spannen pro Element, jeweils inklusive fachgerechter Montage:

  • Holzfenster, Standardgröße, Dreifachverglasung: mittlerer bis oberer dreistelliger bis niedriger vierstelliger Betrag
  • Holz-Aluminium-Fenster: deutlicher Aufpreis gegenüber reinem Holz, abhängig von Profiltiefe und Beschichtung
  • Haustür aus Holz oder Holz-Aluminium mit Einbruchschutz: oberer dreistelliger bis unterer fünfstelliger Betrag je nach Ausstattung
  • Sonderformate wie Rundbogen- oder Schrägfenster: deutlicher Aufschlag gegenüber Rechteckformaten

Zusätzlich fallen Kosten für Demontage und Entsorgung der Altelemente, für Verputz- und Malerarbeiten an den Anschlussfugen sowie gegebenenfalls für Gerüststellung an oberen Geschossen an. Ein detailliertes, aufgeschlüsseltes Angebot – nicht nur ein Pauschalpreis – ist der beste Weg, um Vergleichbarkeit zwischen mehreren Betrieben herzustellen. Häufiger Fehler: Angebote werden allein nach dem Endpreis verglichen, ohne auf Glasqualität, Beschlagsausstattung und Montageumfang zu achten.

Normen, Vorschriften und Förderungen, die Sie kennen sollten

Fenster und Außentüren unterliegen als Bauprodukte der europäischen Norm DIN EN 14351-1, die Anforderungen an Wärmedämmung, Schlagregendichtheit und Luftdurchlässigkeit festlegt. Ein seriöser Betrieb liefert dazu eine Leistungserklärung und eine CE-Kennzeichnung.

Beim Austausch bestehender Fenster in beheizten Gebäuden greift zudem das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das Mindestanforderungen an den U-Wert vorschreibt. Wer diese energetischen Mindestwerte unterschreitet, riskiert Probleme bei einer späteren Förderantragstellung oder beim Immobilienverkauf.

  • Vor dem Auftrag prüfen, ob eine Baugenehmigung nötig ist – etwa bei Änderung der Fassadenoptik oder in Schutzgebieten
  • Förderprogramme wie die der KfW oder des BAFA können anteilige Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite für energetisch hochwertige Fenster bereitstellen; der Antrag muss in aller Regel vor Auftragsvergabe gestellt werden
  • Für Einbruchschutz an Haustüren gelten die Widerstandsklassen nach DIN EN 1627, die bei Bedarf ebenfalls förderfähig sein können

Wichtig: Fördermittel sind meist antragsgebunden vor Vertragsabschluss. Wer zuerst bestellt und danach den Antrag stellt, geht in der Regel leer aus.

Fenster und Türen im Altbau und unter Denkmalschutz

Historische Gebäude stellen besondere Anforderungen an Profilform, Sprossenteilung und Materialoberfläche. Bei denkmalgeschützten Objekten ist die Zustimmung der zuständigen Denkmalschutzbehörde vor Beginn der Arbeiten zwingend – ohne diese Genehmigung drohen Rückbauanordnungen und Bußgelder.

Ein Schreinereibetrieb mit Erfahrung im Altbau kann historische Profile nachbilden, Kastenfenster erhalten oder mit denkmalverträglicher Isolierverglasung nachrüsten, ohne das Erscheinungsbild der Fassade zu verändern. Typische Fragestellungen dabei sind:

  • Erhalt oder Nachbau der originalen Sprossenteilung und Profiltiefe
  • Auswahl einer denkmalverträglichen Verglasung mit reduzierter Aufbauhöhe
  • Abstimmung der Farbgebung mit den Vorgaben der Denkmalpflege
  • Umgang mit unregelmäßigen, im Laufe der Zeit verschobenen Maueröffnungen

Häufiger Fehler bei Altbauten: Es wird ohne vorherige Rücksprache mit der Behörde bestellt, weil die Maße bereits feststehen. Das kann teure Nachplanungen oder sogar den Rückbau bereits montierter Elemente erzwingen.

Wartung, Reparatur oder Austausch – richtig entscheiden

Nicht jedes ältere Fenster muss ersetzt werden. Undichte Dichtungen, schwergängige Beschläge oder ein verwitterter Anstrich lassen sich häufig reparieren, solange der Rahmen selbst noch tragfähig ist.

Anzeichen dafür, dass eine Reparatur ausreicht:

  • der Rahmen ist trocken und ohne Fäulnis, lediglich die Oberfläche ist verwittert
  • Zugluft entsteht nur an den Dichtungen, nicht am gesamten Fensterflügel
  • Beschläge lassen sich neu einstellen oder austauschen, ohne den Flügel zu ersetzen

Anzeichen für einen notwendigen Austausch:

  • weiches, morsches Holz, insbesondere an den unteren Rahmenkanten
  • dauerhafte Feuchteflecken oder Schimmel an den Anschlussfugen
  • Glasscheiben mit Beschlag zwischen den Scheiben – ein Zeichen für undichte Isolierglasscheiben
  • deutlich veraltete Wärmedämmwerte im Vergleich zum restlichen Gebäudestandard

Ein Fachbetrieb kann vor Ort einschätzen, ob eine Sanierung wirtschaftlich sinnvoll ist, oder ob die Kosten für eine gründliche Reparatur bereits nahe an denen einer Neuanschaffung liegen.

Den passenden Schreinereibetrieb finden: Checkliste für die Auswahl

Bei der Auswahl eines Betriebs wie H&W Blum oder eines vergleichbaren Fachunternehmens sollten mehrere Kriterien parallel geprüft werden, nicht allein der Preis.

  • Referenzprojekte ansehen, idealerweise mit ähnlicher Bauaufgabe (Altbau, Neubau, Denkmalschutz)
  • Nachweis der Meisterqualifikation beziehungsweise Eintrag in die Handwerksrolle einfordern
  • Angebot detailliert prüfen: Material, Glasaufbau, U-Wert, Beschlagsausstattung, Montageumfang und Gewährleistungsdauer sollten schriftlich festgehalten sein
  • Fragen, wer Ausbau, Entsorgung und Verputzarbeiten übernimmt – nicht immer im Pauschalpreis enthalten
  • Termine für Aufmaß, Fertigung und Montage schriftlich fixieren lassen
  • Gewährleistung und Kulanzregelungen bei Nachjustierungen klären

Persönliche Empfehlungen und ein Ortstermin, bei dem der Betrieb konkrete Vorschläge zur Bauaufgabe macht, sagen oft mehr aus als ein reiner Preisvergleich per Telefon oder E-Mail.

Typische Fehler bei Planung und Einbau vermeiden

Viele Probleme bei Fenster- und Türeinbauten entstehen nicht durch schlechtes Material, sondern durch Fehler in der Reihenfolge oder Ausführung.

  • Zu frühes Aufmaß: Wird vor Rohbaufertigstellung vermessen, passen die Elemente später oft nicht exakt in die Öffnung.
  • Fehlende Abdichtung nach RAL-Richtlinie: Ohne innere luftdichte und äußere schlagregendichte Ebene entstehen Wärmebrücken und Feuchteschäden.
  • Unterdimensionierte Befestigung: Zu wenige oder falsch platzierte Befestigungspunkte führen zu Verzug und undichten Fugen.
  • Ignorierte Wartungsintervalle: Besonders Holzoberflächen brauchen regelmäßigen Anstrich, sonst dringt Feuchtigkeit ins Material.
  • Fehlende Abstimmung mit anderen Gewerken: Wenn Maler-, Putz- oder Rollladenarbeiten nicht mit dem Einbautermin koordiniert sind, entstehen Wartezeiten und Zusatzkosten.

Wer diese Punkte frühzeitig mit dem Betrieb klärt, spart sich spätere Nachbesserungen und Streit über Zuständigkeiten.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Lieferung neuer Fenster und Türen?

Bei Maßanfertigung liegen die Lieferzeiten meist zwischen vier und zwölf Wochen, abhängig von Auftragslage, Material und Sonderausstattung. Bei stark nachgefragten Materialien oder aufwendigen Sonderformaten kann sich dieser Zeitraum verlängern.

Brauche ich für den Fenstertausch eine Genehmigung?

In der Regel nicht, solange Größe und Fassadenoptik unverändert bleiben, doch bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Änderungen an der Fassade ist eine Genehmigung der zuständigen Behörde erforderlich. Auch in manchen Gestaltungssatzungen von Gemeinden gibt es Vorgaben, die vorab geprüft werden sollten.

Kann ich Fenster und Türen selbst einbauen?

Kleinere Innentüren lassen sich mit handwerklichem Geschick selbst montieren, bei tragenden Außenwänden, statisch relevanten Öffnungen oder förderfähigen energetischen Sanierungen sollte jedoch ein Fachbetrieb den Einbau übernehmen. Fehler bei der Abdichtung sind von außen oft erst nach Monaten in Form von Feuchteschäden erkennbar.

Was ist günstiger: Holz, Holz-Aluminium oder Kunststoff?

Kunststoff ist meist die preisgünstigste Option, Holz liegt im mittleren Bereich und Holz-Aluminium ist wegen der zusätzlichen Außenschale in der Regel am teuersten. Die Wahl sollte sich jedoch weniger am Anschaffungspreis als an Wartungsaufwand, Lebensdauer und gestalterischen Anforderungen orientieren.

Wie erkenne ich, ob ein Fenster energetisch veraltet ist?

Kalte Innenflächen am Rahmen, Beschlagbildung im Scheibenzwischenraum und ein deutlich schlechterer U-Wert im Vergleich zu aktuellen Standards sind typische Anzeichen. Ein Fachbetrieb kann den U-Wert des bestehenden Elements einschätzen und mit den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes vergleichen.

Fazit

Ein handwerklicher Fachbetrieb liefert bei Fenstern und Türen dort echten Mehrwert, wo Standardware an ihre Grenzen kommt: bei unregelmäßigen Maßen, Denkmalschutzauflagen und individuellen Gestaltungswünschen. Wer Aufmaß, Material, Normen und Fördermöglichkeiten in der richtigen Reihenfolge klärt und Angebote sorgfältig vergleicht, vermeidet die häufigsten Kostenfallen und erhält Bauteile, die über Jahrzehnte funktionieren. Die Entscheidung zwischen Serienhersteller und einem Betrieb wie H&W Blum bleibt letztlich eine Frage der Bauaufgabe – je individueller die Anforderung, desto stärker spricht sie für den handwerklichen Fachbetrieb.

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