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Fenster und Türen gebraucht: Kaufen und Verkaufen

Fenster und Türen gebraucht kaufen oder verkaufen: Diese Kriterien entscheiden über Qualität, Maße, Energiewerte und den fairen Preis.

Kategorie Fenster und Türen
Autor Sabine Hoffmeister
Veröffentlicht
Lesezeit 4 Min.
Fenster und Türen gebraucht: Kaufen und Verkaufen

Wer Fenster und Türen gebraucht kaufen oder verkaufen will, muss vor allem drei Dinge klären: passt das Bauteil in Maß und Einbausituation, erfüllt es die aktuell geforderten Energiewerte, und ist der Zustand von Rahmen, Glas und Beschlägen wirklich noch brauchbar. Diese drei Fragen entscheiden über Preis und Sinnhaftigkeit deutlich mehr als Optik oder Baujahr allein.

Woran erkennt man brauchbare gebrauchte Fenster und Türen?

Der erste Blick gilt dem Rahmenmaterial und seinem Zustand. Bei Holzfenstern zeigen sich Schäden oft an den unteren Ecken und am Falz – hier zeigt ein Schraubendreher schnell, ob das Holz noch fest ist oder bereits weich und morsch. PVC-Rahmen sollten frei von Rissen und starker Vergilbung sein, Aluminiumprofile auf Korrosion an den Befestigungspunkten geprüft werden.

Bei Isolierglas ist ein beschlagener Scheibenzwischenraum das eindeutigste Ausschlusskriterium: Ist die Dichtung des Glasrandverbunds defekt, zieht Feuchtigkeit ein, und die Scheibe muss ausgetauscht werden. Fragen Sie nach dem Uw-Wert oder zumindest nach dem Baujahr der Verglasung, denn ältere Zweischeiben-Isolierglaseinheiten liegen oft weit über den heute üblichen Dämmwerten.

Weitere Prüfpunkte für Fenster und Türen aus zweiter Hand:

  • Beschläge: lassen sich Griffe, Scheren und Ecklager leichtgängig bedienen, ohne zu klemmen?
  • Dichtungen: sind Gummidichtungen noch elastisch oder bereits spröde und rissig?
  • Rahmenverzug: liegt das Element plan, oder ist es beim Ausbau verzogen worden?
  • RAL-Gütezeichen oder Herstellerkennzeichnung vorhanden, die Rückschlüsse auf Qualität erlauben?

Kaufen: Wo findet man geeignete gebrauchte Fenster und Türen?

Private Kleinanzeigenportale sind die günstigste, aber auch unsichersten Quelle: Elemente stammen meist aus Rückbau bei Sanierungen, werden „wie gesehen“ ohne Gewährleistung verkauft, und eine fachliche Einschätzung fehlt. Wer hier kauft, sollte selbst prüfen können oder eine fachkundige Begleitung mitnehmen.

Bauteilbörsen und Abbruchunternehmen bieten eine größere Auswahl und oft schon eine grobe Zustandssortierung, verlangen aber meist Abholung in Eigenregie und Transport ohne Schutzverpackung – ein reales Bruchrisiko bei Glasflächen.

Eine dritte Kategorie sind spezialisierte Händler für B-Ware, Rückläufer und Musterelemente aus laufender Serienproduktion. Anbieter wie Heka Fenster und Türen oder B+E Fenster und Türen verkaufen keine „gebrauchten“ Elemente im klassischen Sinn, sondern überschüssige, leicht abweichende oder als Ausstellungsstück genutzte Türen und Fenster aus aktueller Fertigung – oft mit Restgewährleistung und bekannten, dokumentierten Uw-Werten. Das ist der beste Kompromiss für alle, die einen niedrigeren Preis wollen, aber auf geprüfte Qualität und aktuelle Normwerte nicht verzichten können.

Verkaufen: Was sind gebrauchte Türen und Fenster wert?

Der Wiederverkaufswert hängt fast ausschließlich von vier Faktoren ab: Alter der Verglasung, Zustand von Rahmen und Beschlägen, Standardmaß versus Sondergröße und vorhandene Unterlagen. Elemente mit Dreifachverglasung aus einer laufenden Sanierung, die lediglich wegen geänderter Planung übrig geblieben sind, erzielen deutlich bessere Preise als 20 Jahre alte Zweischeiben-Fenster.

Standardmaße lassen sich leichter vermitteln, weil sie in bestehende Maueröffnungen anderer Gebäude passen; Sondermaße finden oft nur Abnehmer für Nebengebäude oder als Ersatzteillager. Wer den Verkauf vorbereitet, sollte Rechnung, Energieausweis-Angaben oder das RAL-Prüfzeugnis beilegen – das erhöht die Glaubwürdigkeit und den erzielbaren Preis spürbar.

Als Verkaufskanäle eignen sich neben privaten Anzeigenportalen auch regionale Bauteilbörsen sowie der direkte Kontakt zu Handwerksbetrieben, die gelegentlich passende Ersatzelemente für Reparaturen an bestehenden Baureihen suchen. Für größere Mengen aus einem Rückbauprojekt lohnt sich die Anfrage bei Handelsunternehmen, die überschüssige Serienware ankaufen und wieder in den Verkauf bringen.

Wann lohnt sich der Kauf gebrauchter Fenster und Türen nicht?

Für den Einbau in dauerhaft beheizte Wohnräume gelten die energetischen Mindestanforderungen des Gebäudeenergiegesetzes. Alte Isolierglasfenster mit Uw-Werten deutlich über 1,3 W/(m²K) erfüllen diese Vorgaben in der Regel nicht und dürfen als Ersatz in der beheizten Gebäudehülle nur in begründeten Ausnahmefällen verwendet werden. Hier lohnt sich vorab die Rücksprache mit einer Fachplanerin oder einem Fachplaner, bevor Geld in ungeeignete Ware fließt.

Sinnvoll ist der Griff zu gebrauchten Elementen dagegen bei:

  • Garagen, Schuppen und Gartenhäusern ohne Heizung, wo keine energetischen Mindestwerte gelten,
  • Werkstätten und Nebenräumen mit geringen Komfortansprüchen,
  • Ersatzbeschaffung für baugleiche, noch vorhandene Fenster und Türen im selben Gebäude, etwa nach Sturmschäden.

Nicht lohnend ist der Kauf zudem, wenn Rahmenprofile stark beschädigt oder inzwischen aus dem Handel genommen sind: Ersatzbeschläge und Dichtungen für veraltete PVC-Systeme sind dann kaum noch zu bekommen, und die Anpassung an vorhandene Zargen frisst die vermeintliche Ersparnis schnell auf.

Fazit

Gebrauchte Fenster und Türen sind eine gute Wahl für Nebengebäude, Reparaturen an bestehenden Baureihen und für preisbewusste Bauherren, die auf geprüfte B-Ware spezialisierter Händler setzen. Für beheizte Wohnräume mit gesetzlichen Energieanforderungen führt dagegen selten ein Weg an aktueller, normgerechter Ware vorbei – hier entscheidet nicht der niedrigste Preis, sondern der nachweisbare Uw-Wert über die richtige Wahl.

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