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Fenster und Türen Zubehör

Fliegengitter für Türen und Fenster: Arten

Fliegengitter für Türen und Fenster gibt es als Spannrahmen, Rollo oder Schiebetür – hier erfahren Sie, welche Art zu Ihrer Öffnung passt.

Kategorie Fenster und Türen Zubehör
Autor Matthias Brandner
Veröffentlicht
Lesezeit 5 Min.
Fliegengitter für Türen und Fenster: Arten

Wer Fliegengitter für Türen und Fenster kaufen will, steht vor mehr Auswahl, als der Name vermuten lässt: Spannrahmen, Klemmrahmen, Rollo, Plissee, Dreh- und Schiebetürsysteme sowie einfache Vorhänge unterscheiden sich in Preis, Bedienkomfort und Haltbarkeit erheblich. Welche Bauart sich lohnt, entscheidet sich nicht am Geschmack, sondern an drei Fragen: Wie oft wird die Öffnung benutzt, wie breit und wie geformt ist sie, und darf überhaupt gebohrt werden?

Fliegengitter für Fenster: Spannrahmen, Klemmrahmen und Rollo im Vergleich

Für Fenster hat sich der Spannrahmen als günstigste und robusteste Lösung etabliert. Ein Aluminiumrahmen mit eingespanntem Gewebe wird fest oder mit Klemmträgern in die Laibung eingesetzt und bleibt dort dauerhaft montiert. Er eignet sich für Fenster, die selten geöffnet werden, denn zum Lüften muss der Rahmen jedes Mal komplett herausgenommen werden.

Der Klemmrahmen arbeitet nach demselben Prinzip, verzichtet aber vollständig auf Bohrungen und Schrauben – er wird über Klemmfedern in die Fensterlaibung gepresst. Das macht ihn zur ersten Wahl für Mietwohnungen, in denen bauliche Veränderungen nicht erlaubt sind, allerdings sitzt er bei ungenauen Maßen weniger fest als eine geschraubte Variante.

Wer ein Fenster mehrmals täglich öffnet, ist mit einem Rollo-Fliegengitter besser bedient. Das Gewebe läuft in seitlichen Führungsschienen und wird bei Nichtgebrauch in eine Kassette über oder neben dem Fenster eingezogen. Für Dachflächenfenster und Fenster mit Dreh-Kipp-Beschlag gibt es zusätzlich Plisseesysteme, die sich platzsparend zusammenfalten und auch bei ungewöhnlichen Öffnungswinkeln nicht im Weg sind.

Fliegengitter für Türen und Fenster: Dreh-, Schiebe- oder Vorhangsystem?

Bei Türen verschiebt sich die Fragestellung, weil hier regelmäßig Personen, oft auch mit Kindern oder Haustieren, hindurchgehen. Ein einfaches Ausklappen wie beim Fenster reicht nicht; das System muss Durchgangsbreite und Verkehrsaufkommen mitdenken.

  • Drehtürsystem: Ein Rahmen mit Scharnieren und automatisch schließenden Federn, ähnlich einer Fliegengittertür im Kleinformat. Geeignet für Balkon- und Terrassentüren, die nicht ständig genutzt werden; bei starkem Wind kann der Flügel schlagen, wenn keine Feststellung vorhanden ist.
  • Schiebetürsystem: Das Gewebe läuft in oberen und unteren Laufschienen und lässt sich seitlich wegschieben. Es verträgt hohe Nutzungsfrequenz und eignet sich besonders für breite Terrassen- und Balkontüren, verlangt aber eine plane, leicht zugängliche Schiene, die regelmäßig von Staub befreit werden muss.
  • Insektenvorhang mit Streifen oder Magnetverschluss: Lamellen oder Stoffbahnen mit Magnetstreifen schließen sich nach dem Durchgehen von selbst. Die Anschaffung ist am günstigsten und die Montage in Minuten erledigt, doch der Insektenschutz ist geringer als bei starren Rahmen, weil sich die Streifen bei Wind öffnen und Haustiere sie leichter durchdrücken.

Für stark frequentierte Terrassentüren in Haushalten mit Hund oder Katze ist ein Schiebe- oder Drehtürsystem mit stabilem Gewebe fast immer die bessere Wahl als der Vorhang, auch wenn er in der Anschaffung teurer ist.

Maßanfertigung oder Standardgröße – wann lohnt sich welche Lösung?

Fertiggrößen aus dem Baumarkt decken die gängigen Fenster- und Türmaße ab und lassen sich meist noch etwas zuschneiden. Sie sind die richtige Wahl, wenn Öffnung und Rahmenmaß nahezu passen, denn jeder Zuschnitt am Rahmenprofil verringert Stabilität und Optik.

Bei Sonderformen sieht das anders aus: Stichbogenfenster, französische Balkontüren, Schiebetüren über drei Meter Breite oder untypische Rahmentiefen lassen sich mit Konfektionsware kaum sauber lösen. Hier ist ein Fliegengitter nach Maß für Fenster und Türen die wirtschaftlichere Entscheidung, weil ein passgenau gefertigter Rahmen Undichtigkeiten am Rand vermeidet, durch die Insekten sonst trotzdem eindringen. Anbieter wie Fly Stop fertigen solche Systeme exakt nach den vor Ort aufgenommenen Maßen, sodass auch abweichende Laibungstiefen oder schräge Anschlüsse berücksichtigt werden.

Wer sich für eine Maßanfertigung entscheidet, sollte vor der Bestellung folgende Maße möglichst genau selbst aufnehmen oder aufnehmen lassen:

  • lichte Breite und Höhe der Öffnung an mindestens zwei Stellen (Fenster und Türen sind selten exakt rechtwinklig)
  • Tiefe der Laibung beziehungsweise des Rahmenanschlags, an dem das Fliegengitter befestigt wird
  • vorhandene Hindernisse wie Griffe, Rollladenkästen oder Fensterbänke, die die Montage einschränken

Eine fehlerhafte Maßaufnahme ist einer der häufigsten Gründe, warum Fliegengitter im Nachhinein klemmen oder Spalten aufweisen – bei Maßanfertigungen lohnt sich daher eine zweite Kontrollmessung vor der Bestellung.

Rahmenmaterial, Gewebe und Befestigung: Worauf es bei der Wahl ankommt

Neben der Bauart entscheidet das Material über Lebensdauer und Pflegeaufwand. Rahmen aus Aluminium sind formstabiler, UV-beständiger und verziehen sich nicht bei Hitze, was sie für Süd- und Westfassaden mit starker Sonneneinstrahlung geeigneter macht als Kunststoffrahmen. Kunststoff ist leichter und günstiger, verspröden kann er nach mehreren Jahren im Freien jedoch trotzdem.

Beim Gewebe hat sich glasfaserverstärktes, PVC-beschichtetes Netzgewebe als Standard durchgesetzt, weil es reißfest ist und sich leicht reinigen lässt. Für Haushalte mit Katzen oder Hunden gibt es verstärkte Gewebevarianten aus Polyester-Monofilamenten, die einem gelegentlichen Krallenkontakt standhalten, ohne sofort Löcher zu bekommen – ein Kriterium, das beim reinen Preisvergleich häufig übersehen wird, aber langfristig über Neuanschaffungen entscheidet.

Bei der Befestigung stehen sich zwei Prinzipien gegenüber:

BefestigungsartVorteilNachteil
Geschraubt / gedübeltmaximale Stabilität, dauerhaft dichtBohrlöcher, bei Mietobjekten meist nicht erlaubt
Geklemmt / magnetischrückstandsfrei entfernbar, schnell montiertweniger fest, anfälliger für Spaltbildung bei Wind

Für Eigentümer, die eine dauerhafte Lösung suchen, ist die geschraubte Befestigung meist die richtige Wahl. Mieter greifen dagegen zu Klemm- oder Magnetsystemen, sollten aber vorab prüfen, ob der Fensterrahmen für eine sichere Klemmung überhaupt geeignet ist – bei sehr schmalen oder abgerundeten Profilen halten Klemmträger oft nicht zuverlässig.

Welches System passt zu welchem Nutzungsprofil?

Die folgende Übersicht fasst zusammen, welche Bauart bei welcher Ausgangslage die sinnvollste Wahl ist:

SituationEmpfohlene Bauart
Fenster, selten geöffnet, EigentumSpannrahmen, geschraubt
Fenster, Mietwohnung, keine Bohrungen erlaubtKlemmrahmen
Fenster, häufig geöffnetRollo-Fliegengitter
Dachfenster, Dreh-Kipp-BeschlagPlisseesystem
Terrassen-/Balkontür, selten genutztDrehtürsystem
Terrassentür, häufig genutzt oder breitSchiebetürsystem
Durchgang, geringes Budget, seltener InsektendruckVorhang mit Magnet- oder Streifenverschluss
Sonderformen, Schrägen, ÜbermaßeMaßanfertigung

Wichtig ist, das Fliegengitter für Fenster und Türen im gesamten Wohnbereich einheitlich zu planen: Wer an der Terrassentür ein stabiles Schiebesystem verbaut, an den danebenliegenden Fenstern aber lose Klemmrahmen einsetzt, schafft Eintrittsstellen, an denen Insekten trotzdem hineingelangen. Eine konsequente Ausstattung aller Öffnungen mit passenden Systemen ist wirksamer als ein einzelnes hochwertiges Element.

Fazit

Die Wahl zwischen den verschiedenen Bauarten für Fliegengitter türen und fenster hängt weniger von persönlichen Vorlieben als von messbaren Kriterien ab: Nutzungshäufigkeit, Öffnungsbreite, erlaubte Befestigungsart und die Regelmäßigkeit der Öffnungsform. Spannrahmen und Klemmsysteme genügen für selten genutzte Fenster, Rollos und Schiebetüren für stark frequentierte Öffnungen, und bei Sonderformen führt an einer Maßanfertigung kein Weg vorbei. Wer diese Kriterien vor dem Kauf durchgeht, spart sich nachträgliche Undichtigkeiten und unnötige Neuanschaffungen.

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